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In 30 Sekunden
- Ein Webinarfunnel ist ein System mit vielen Einzelteilen – plane dir großzügig Zeit ein und leg auch dann nochmal 10% Puffer drauf.
- Starte mit dem Minimum: Anmeldung, Bestätigung, Webinar, einfaches Follow-up. Alles andere kannst du später nachziehen.
- Mach dir ausreichend Gedanken über die Kundenreise und schreibe erst dann die Mails für den Funnel.
- Dokumentation am besten parallel zum Aufbau erstellen. Es wird schnell komplex und dann brauchst du im Zweifel doppelt so lange.
- Testen, testen, testen.
Meine Kundin und ich haben in den letzten Monaten unseren ersten Evergreen-Webinarfunnel aufgebaut. Von der Strategie bis zur technischen Umsetzung war es ein langer und manchmal holpriger Weg. Damit du nicht hektisch in eine Tüte pusten musst, wenn du deinen ersten Funnel aufbaust, kommt hier ein bisschen Vorwarnung und ich lasse dich an meinen Fails teilhaben. Was läuft schief? Wo hakt es? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?
Genau das hätte ich mir gewünscht, als ich das erste Mal in ein Projekt dieser Größenordnung eingetaucht bin.
Wenn du also planst, einen Webinarfunnel aufzubauen, oder schon mittendrin steckst und merkst: Das ist komplizierter als gedacht – dann findest du in diesem Rückblick vielleicht ein paar Anregungen.
Was einen Webinarfunnel eigentlich ausmacht
Kurz zur Einordnung, damit wir vom Gleichen reden.
Ein Webinarfunnel ist eine automatisierte Abfolge von Schritten, die Interessierte von der ersten Berührung mit deinem Angebot bis hin zur Anmeldung – und idealerweise zum Kauf – führt. Typische Bausteine: Landingpage, Anmeldeformular, Bestätigungsmail, Erinnerungssequenz, das Webinar selbst, Follow-up-Mails.
Dabei gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Varianten:
Live-Launch: Du veranstaltest das Webinar zu einem festen Termin live. In der Regel gibt es vorab eine Warteliste und einen begrenzten Buchungszeitraum, also eine echte Dringlichkeit.
Evergreen-Funnel: Das Webinar läuft automatisiert. Interessierte melden sich an, durchlaufen die Mailingsequenz, erhalten einen individuellen Countdown und werden automatisiert bis zum Kauf geführt. Der große Vorteil: Du musst nicht jedes Webinar live halten und kannst einen komplett automatisierten Prozess nutzen.
Wir haben in unserem Projekt letzteres umgesetzt. Mit KlickTipp als E-Mail-Marketing-Tool, DeadlineFunnel für individuelle Countdowns sowie WebinarGeek für die Verwaltung und Ausstrahlung des Webinars.

Das waren dabei die Stolpersteine:
Stolperstein #1: Gleich den kompletten Funnel fertig bauen
Ein Webinarfunnel kann ziemlich komplex sein. Mein Tipp ist daher: Beginne erst mal klein.
Bau zuerst das Grundgerüst mit der Anmeldung, Bestätigung, Webinar und einem einfachen Follow-up. Dann beobachte, was passiert. Wo springen Leute ab? Welche Mails werden geöffnet, welche nicht, wie sehen die Klickraten aus?
Pflege-Schleifen, Rückhol-Mails und Anschluss-Angebote kommen danach. Wenn du versuchst, von Anfang an alles auf einmal zu bauen, ist die Gefahr groß, dich zu verzetteln und nie fertig zu werden.
Checkliste für den Minimum-Funnel
- Landingpage mit klarem Nutzen und Anmeldeformular
- Double-Opt-in und Bestätigungsseite
- 1 Erinnerungsmail am Vortag, 1 am Tag des Webinars
- Zugang zum Webinar (live oder Aufzeichnung)
- 3 Follow-up-Mails: Zusammenfassung, Einwandbehandlung, Angebot oder nächster Schritt
- Einfaches Tracking: Öffnungs- und Klickraten im Blick behalten
- 1-Seiten-Funnel-Übersicht: Bausteine, Auslöser und nächster Schritt je Kontakt
Das ist dein Kern. Alles, was darüber hinausgeht, ist Optimierung. Und die hat Zeit.
Stolperstein #2: Automationen nicht ausreichend testen
Automationen mit Kampagnen, Auslösern, Tags, Bedingungen und Verzweigungen können sehr komplex werden.
Dazu kommt, dass bei einem Webinarfunnel mehrere Tools ineinandergreifen: ein Tool für die Ausstrahlung und Registrierung deiner Webinare, dein E-Mail-Marketing-Tool, ein Tool für die Erstellung individueller Countdowns und so weiter.
Leg dir deshalb vorher am besten eine Liste fürs Testing an. Welche Testfälle sollen durchgespielt werden? Welche Schritte gehören dazu? Welches Ergebnis wird an welcher Stelle erwartet?
Dokumentiere die Ergebnisse sauber und erstelle dir parallel eine To-do-Liste für zu behebende Fehler.
Kleiner Praxistipp: Wenn du nicht zufällig 25 E-Mail-Adressen in petto hast, ergänze einfach eine bestehende E-Mail-Adresse um einen „+Testfall“ vor dem @-Zeichen. So kannst du besser nachvollziehen, ob alles so läuft, wie es soll. Zum Beispiel „nancy+testnichtzumwebinarerschienen@zeitverliebt.de“, wenn du prüfen möchtest, ob in diesem Fall ein entsprechendes Tag vergeben oder eine bestimmte Mail versendet wird. Für den Test des Produktkaufs nimmst du dann „nancy+testproduktkauf@zeitverliebt.de“ und so weiter.
Achtung: Wechsel zwischen Live-Launch und Evergreen
Hast du gerade einen Live-Launch, möchtest du möglicherweise die Kontakte (zum Beispiel aus deinem Freebie oder Lead-Magneten) nicht zum automatisierten Webinar leiten, sondern zum Launch-Event oder Live-Webinar. Dann musst du bestehende Automationen anpassen oder flexibel zwischen zwei Kampagnen (Live und Evergreen) umschalten. Prüfe dabei immer, welche Automationen gerade aktiv sind. Ein Kontakt, der sich für ein Live-Webinar anmeldet, darf nicht gleichzeitig in die Evergreen-Sequenz rutschen.
Nimm dir Zeit, das Automationssystem wirklich zu verstehen, und teste jeden Auslöser manuell, bevor du live gehst.
Stolperstein #3: Fehlende Dokumentation und kein Tracking
Das ist der Stolperstein, den ich am meisten unterschätzt habe und der im Nachhinein die größte Arbeit gemacht hat.
Dokumentation fühlt sich im Eifer des Gefechts wie Zeitverschwendung an. Man baut, testet, optimiert – und schreibt dabei nichts auf. Bis man drei Wochen später nicht mehr weiß, warum man eine bestimmte Entscheidung getroffen hat. Oder bis eine zweite Person ins Projekt einsteigt und auf eine Dokumentation angewiesen ist. Nutze also die Tatsache, dass du dich gerade detailliert in den Prozess reingedacht hast, und skizziere den Funnel. Das klappt super mit einem Whiteboard in Canva oder auch in Notion.
Ähnlich verhält es sich mit dem Tracking. „Das richten wir später ein.“ Dieser Satz ist teuer. Ohne Daten weißt du nicht, ob dein Funnel funktioniert. Öffnungsraten, Klickraten, Conversion auf der Anmeldeseite und Absprungpunkte in der Sequenz sind typische Stellschrauben. Behalte diese Zahlen im Blick und werte sie gerade zu Beginn wöchentlich aus.
Von Tag 1 an brauchst du:
- UTM-Parameter an deinen Links, damit du siehst, woher Anmeldungen kommen
- Öffnungs- und Klickraten im Blick
- Eine einfache Tabelle oder ein Dokument, in dem du Änderungen festhältst, damit du später nachvollziehen kannst, welche Änderung für welches Ergebnis verantwortlich war
Stolperstein #4: Zu wenig Zeit in die Kundenreise investiert
Bevor du die erste Mail schreibst, solltest du dich noch einmal ausführlich damit auseinandersetzen, wo deine Kund:innen gerade stehen. Was denken sie? Was brauchen sie? Welchen nächsten Schritt sollen sie jetzt gehen?
Jemand, der sich gerade erst angemeldet hat, braucht andere Inhalte als jemand, der das Webinar gesehen hat und noch zögert. Jemand, der abgesprungen ist, braucht eine andere Ansprache als jemand, der aktiv klickt und liest.
Zeichne also die Kundenreise auf, bevor du auch nur eine einzige Mail schreibst. Welche Phasen gibt es? Was denkt, fühlt und braucht dein Kontakt in jeder Phase? Erst dann beginnst du mit dem Verfassen der einzelnen Mails.
Auch wenn das anstrengend ist und oft einiges an Zeit kostet, ist sie gut investiert. Denn mit durchdachten und empathischen Mails fühlen sich deine Leser:innen wirklich verstanden.
Vermeide außerdem lose Enden im Funnel. Das sind Kontakte, die irgendwo in deiner Sequenz „verhungern“. Die letzte Mail ist raus, aber es gibt keinen nächsten Schritt: kein Angebot, keine Einladung, kein Abschluss. Sie bleiben einfach stecken. Das ist eine verpasste Chance für dich und natürlich schade für deine Kontakte. Sie haben sich schließlich angemeldet, weil du sie neugierig machen konntest und sie Interesse an deinem Angebot hatten.
Stolperstein #5: Einmal erstellt, Haken dran, fertig
Da haben wir sie wieder – die Mär vom passiven Einkommen.
Natürlich arbeitet ein Evergreen-Funnel für dich und soll dir ein stetiges Einkommen sichern, ohne dass deine Präsenz notwendig ist. Aber ganz so einfach ist es nicht.
Deinen Funnel solltest du regelmäßig im Blick haben. Er ist nichts, was man einmal baut und dann ist alles fertig. Oft benötigt ein Funnel laufende Optimierungen, damit er zuverlässig und gut für dich arbeitet. Es ist also keine kluge Idee, sich einmal intensiv damit zu beschäftigen und das Thema dann in der Schublade „erledigt“ verschwinden zu lassen.
Was du regelmäßig prüfen solltest:
- Öffnungsraten und Klickraten der einzelnen Mails
- Aufrufe und Conversion der Landingpage
- Aktualität deiner Mails und Angebote (vielleicht hast du gerade ein aktuelles Angebot, das du gern in den Funnel integrieren möchtest)
- Verkaufszahlen deines Angebots (Haupt-Offer und ggf. Tripwire)
- ggf. Feedback von Kund:innen, die deinen Funnel gerade durchlaufen oder bereits durchlaufen haben
Meine Tipps für den Start
Wenn ich eines aus diesem Projekt mitgenommen habe, dann das: Ein Webinarfunnel ist kein Sprint. Er ist ein komplexes System, und Systeme brauchen Zeit, Pflege und Geduld.
Was mir konkret geholfen hat
- Basics first. Erst mal das Grundgerüst bauen und optimieren, die Nice-to-have-Extras ergänzt du später.
- Von Anfang an dokumentieren. Das kostet Zeit, aber du investierst sie später doppelt, wenn du dich nochmal in alles neu reindenken musst.
- Tracking nicht verschieben. Ohne Daten fliegst du blind. Erstell dir daher von Anfang an eine einfache Monitoringtabelle und erfasse Zahlen und Veränderungen regelmäßig.
- Die Kundenreise kennen, bevor du Mails schreibst.
Wenn du Unterstützung bei der Erstellung deines Funnels brauchst, dann melde dich gern.
FAQ: Häufige Fragen zum Webinarfunnel
Wie lange dauert der Aufbau eines Webinarfunnels?
Das hängt stark von der Komplexität ab. Als grobe Orientierung: Für einen einfachen Evergreen-Webinarfunnel mit Anmeldung, Erinnerungssequenz und Follow-up-Mails solltest du mindestens 4–8 Wochen einplanen. Wer gleichzeitig Inhalte erstellt, Technik einrichtet und das Ganze allein stemmt, braucht oft länger. Plane lieber großzügig und starte mit dem Minimum.
Brauche ich KlickTipp für einen Webinarfunnel?
Nein. KlickTipp ist ein leistungsstarkes Tool, aber kein Muss. Alternativen wie ActiveCampaign, MailerLite oder ConvertKit funktionieren ebenfalls. Dein Tool sollte Automationen, Auslöser und Tagging unterstützen. KlickTipp hat den Vorteil, dass es DSGVO-konform und in Deutschland gehostet ist – für viele ein wichtiges Argument.
Was ist der Unterschied zwischen Live-Launch und Evergreen-Funnel?
Beim Live-Launch findet das Webinar zu einem festen Termin statt, mit echter Dringlichkeit, echtem Datum und echtem Publikum. Der Evergreen-Funnel läuft automatisiert: Interessierte melden sich jederzeit an und durchlaufen die Sequenz in ihrem eigenen Tempo. Evergreen skaliert besser, ist aber technisch aufwändiger aufzubauen und braucht regelmäßige Pflege, damit er nicht veraltet.

Wer schreibt hier?
Ich bin Nancy und helfe Soloselbstständigen und kleinen Teams, ihr Business skalierbar zu machen - ohne Stress, Chaos oder Qualitätsverlust.
Meine Superpower: Ich schaffe klar strukturierte Abläufe und Prozesse, die zuverlässig funktionieren.
Ich liebe es, Prozesse zu glätten, Tools zum Laufen zu bringen und Alltagschaos in geordnete Bahnen zu lenken. Ob Tools einrichten, Buchhaltung vorbereiten oder den Posteingang zähmen - mit einem Mix aus Organisationstalent, Technikliebe und einem wachen Blick fürs Ganze sorge ich dafür, dass dein Arbeitsalltag leichter wird.
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