So unterstütze ich meine Kund:innen im Alltag – 3 Beispiele aus meiner VA-Praxis

Okt. 21, 2025

Inhalt

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In 30 Sekunden

  • Emma war fünf Jahre lang ein fester Teil meines Alltags und der Auslöser für meine Selbstständigkeit.
  • Ihr Tod hat Schuldgefühle und die Frage ausgelöst, ob ich etwas hätte verhindern können.
  • Trauer um ein Tier darf intensiv sein und braucht keinen Vergleich, der sie rechtfertigt.
  • Was bleibt, ist Dankbarkeit für fünf gemeinsame Jahre – und die Erlaubnis, weiter zu weinen.

Vor drei Monaten ist meine Hündin Emma gestorben. Ohne sie wäre ich vor fünf Jahren nicht auf die Idee gekommen, mich als Assistentin selbstständig zu machen.

Mir war klar, dass ich sehr traurig sein würde, wenn sie mal nicht mehr da ist. Aber ihr Tod hat mich mehr getroffen, als ich für möglich gehalten hätte. Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreibe. Letztlich habe ich mich dazu entschlossen, weil ich in dieser Zeit so widerstreitende Gefühle erlebt habe, dass es vielleicht einfach gut tut zu wissen: Man ist damit nicht allein.

Vielleicht hilft es dir, falls du Ähnliches erlebt hast.

Wie meine Hündin mich zu zeitverliebt gebracht hat

Diese Geschichte habe ich in so vielen Kennenlerngesprächen erzählt, und sie hat den Menschen immer ein Lächeln entlockt.

Emma ist 2021 zu uns gestoßen. Ein kleines, tapsiges Fellknäuel, das unsere Herzen im Sturm erobert hat, meins ganz besonders. Auch süße, tapsige Wesen können aber einen ganz schönen Dickschädel haben und wundervoll viel Unsinn treiben. Deshalb bin ich mit ihr zum Hundetraining gegangen. Was ich dort vor allem mitgenommen habe, war keine Erziehungsmethode. Es war eine Idee.

2021 war bei mir beruflich einiges im Umbruch. Ich war auf der Suche nach dem, was ich wirklich machen möchte. Ich wollte immer ein Herzensthema haben und bin nie so richtig damit warm geworden, dass ich eine Generalistin bin. Und dann saß ich da, in der Hundeschule, und habe unseren Trainer sehnsüchtig angeschaut. Er hatte dieses Herzensthema, das ich mir so gewünscht hatte.

Hundetrainerin konnte ich nun aber nicht werden, ein bisschen wenig Erfahrung und ein bisschen zu viel Respekt. Unser Trainer wiederum war hier genau in seinem Element. Nur alles drumherum, die Orga, die Buchhaltung, die Kursplanung, war nicht seins.

Genau da kam mir der Gedanke: Wenn ich schon nicht selbst diese eine Leidenschaft habe, dann könnte ich doch andere dabei unterstützen, ihre Leidenschaft hemmungslos auszuleben, ohne den ganzen nervigen Kram drumherum. Ohne Emma wäre ich nie auf diese Idee gekommen. Ohne Emma gäbe es zeitverliebt nicht.

Der Hundetrainer war mein erster Kunde und ist es noch heute.

In den fünf Jahren, die wir zusammen hatten, war Emma fester Bestandteil meines Alltags. Wir haben sie liebevoll unsere „C-Ware“ genannt, weil immer irgendetwas war: eine kaputte Pfote, eine Magenerkrankung, eine Augenentzündung.

Vor drei Monaten war es aber nicht nur eine entzündete Pfote. Es war Krebs. Und Emma ist gestorben.

Bevor ich überhaupt trauern konnte

Ich konnte mich nicht darauf vorbereiten, sofern man das überhaupt kann. Ich war verzweifelt, geschockt, todtraurig und voller Schuldgefühle.

Warum hatte ich das nicht kommen sehen? Warum hatte ich die falschen Schlüsse gezogen? Würde sie noch leben, wenn ich irgendwo anders abgebogen wäre?

Mein erster Teil des Weges führte genau durch diese Schuld. Ich habe aufgeschrieben, was mich belastet, und dann jeden dieser Gedanken über mich selbst nochmal genau unter die Lupe genommen.

„Stimmt es, was ich mir da über mich selbst erzähle? Ist das fair? Ist es wirklich wahr? Was konnte ich zu dem Zeitpunkt wirklich wissen?“

Es fiel mir schwer zu erkennen, dass ich mein Verhalten und meine Entscheidungen mit dem Wissen aus der Gegenwart beurteile und nicht mit dem Wissen, das ich zum entsprechenden Zeitpunkt hatte. Und ich habe verstanden, dass Schuld ein Versuch unseres Verstands ist, Kontrolle über etwas zu erlangen, das man nicht kontrollieren kann.

Darf man um ein Tier so trauern?

Irgendwie war ich der Meinung, dass die Intensität, mit der man um ein Tier trauert, viel begrenzter ist als bei einem nahestehenden Menschen. Auch hier musste ich feststellen, dass dieser Vergleich, zumindest für mich, hinkt.

Emma hat einen wesentlichen Teil meines Alltags und meiner Routinen bestimmt, rund um die Uhr spürbar. Sie hat die Socken in den Wäschekorb geräumt, die ich von der Wäscheleine genommen habe. Sie kam angescharwenzelt, wenn ich die Kühlschranktür geöffnet habe. Ihr Fehlen war in den ersten Wochen unglaublich präsent.

Was du wissen darfst

Man darf um ein Tier intensiv trauern. Die Gefühle, die da sind, sind berechtigt und brauchen keinen Vergleich, der sie rechtfertigt.

Was bleibt?

Naja, es ist eher ein „Was fehlt?“. Aber was nach all diesen Gedanken und Gefühlen bleibt, ist die Gewissheit, dass das alles durchgefühlt werden will.

Emma hat mir fünf wunderbare gemeinsame Jahre geschenkt, mit so vielen lustigen, aufregenden, traurigen und nervigen Erlebnissen. Dass ich inzwischen auch mal mit einem Lächeln an sie denken kann und dabei an all unsere Abenteuer denke und nicht an die letzten Stunden, das ist ein Geschenk. Dass ich trotzdem manchmal noch weinen muss: auch das ist okay.

Nancy

Wer schreibt hier?

Ich bin Nancy und helfe Soloselbstständigen und kleinen Teams, ihr Business skalierbar zu machen - ohne Stress, Chaos oder Qualitätsverlust.

Meine Superpower: Ich schaffe klar strukturierte Abläufe und Prozesse, die zuverlässig funktionieren.

Ich liebe es, Prozesse zu glätten, Tools zum Laufen zu bringen und Alltagschaos in geordnete Bahnen zu lenken. Ob Tools einrichten, Buchhaltung vorbereiten oder den Posteingang zähmen - mit einem Mix aus Organisationstalent, Technikliebe und einem wachen Blick fürs Ganze sorge ich dafür, dass dein Arbeitsalltag leichter wird.

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